Marlene Rupprecht sprach im Bundestag zum Kinderschutz
Ein klares Bekenntnis zum Aufwachsen von Kindern in öffentlicher Verantwortung legte die heimische SPD- Bundestagsabgeordnete Marlene Rupprecht in der 1. Lesung des Entwurfs zum neuen Kinderschutzgesetz ab. In der Plenardebatte des Bundestags erklär- te die SPD- Kinderbeauftragte, dass der Staat in Sachen Kinderschutz nicht nur Feuerwehr spielen dürfe: „Er muss alle Eltern in die Lage versetzen, ihrem Erziehungsauftrag bestmöglich nachzukommen.“
Anstelle der oft stigmatisierenden Beobachtung sogenannter „Hochrisikofamilien“ bedürfe es eines rechtzeitig wirksamen fachlichen Angebots, so Marlene Rupprecht, da jede Familie in Situationen geraten könne, in der Hilfe von außen nötig sei.
Kein „Ping- Pong“ der Ämter auf dem Rücken der Eltern
Marlene Rupprecht würdigte den Koalitionsentwurf, in dem sie viele ihrer eigenen An- regungen wiederfindet, etwa zur geplanten Stärkung der Hilfenetzwerke vor Ort und der frühen Hilfen. „Die Elternkompetenz kann so langfristig gestärkt und ein gelingendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen besser gefördert werden.“
Den Finger in die Wunde legte die Vorsitzende der Kinderkommission im Deutschen Bundestag jedoch beim Thema Zuständigkeit und Finanzierung: „Es darf kein Ping- Pong unterschiedlicher Institutionen auf dem Rücken der Eltern geben.“ Vor allem die ungeklärten Finanzierungsfragen im Gesetzentwurf seien hier problematisch.
Auch seien die Vorschläge, wie Jugendhilfe und Gesundheitswesen enger zusammenarbeiten können, nicht ausgereift, kritisierte Marlene Rupprecht, die sich zugleich überzeugt gab, „dass wir in den nächsten Monaten gute Beratungen haben werden.“
Rupprecht: Schutz durch Fachlichkeit und Vertrauen sicher stellen
Die Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen müssen weiter gestärkt werden, so die SPD- Kinderbeauftragte. Die bisherigen Ergebnisse der Runden Tische Heimerziehung und sexueller Missbrauch zeigen hier Handlungsbedarf. Marlene Rupprecht fordert daher, im weiteren Verfahren zu prüfen, wie Ombudsstellen in der Jugendhilfe verankert werden können.
Schließlich warnte Marlene Rupprecht in ihrer fraktionsübergreifend mit Beifall bedachten Rede, beim Kinderschutz das Spannungsfeld zwischen Schutz und Kontrolle im Blick zu behalten und nicht übers Ziel hinauszuschießen: „Schutz ist wichtig, aber wir können nicht an jedes Kinderbett eine Kamera hinstellen.“ Wesentlich sei es, das Vertrauen der Bürger in die Fachleute in den Beratungsstellen zu gewährleisten.



